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Wir trauern um Frau Christa Wank (* 19. 4. 1924 † 16. 8. 2025)

Mit großer Dankbarkeit und tiefer Anteilnahme nehmen wir Abschied von unserer Ehrenpräsidentin Frau Christa Wank, die  in Dortmund verstorben ist.

Christa Wank erblickte das Licht der Welt im ostpreußischen Domnau, Kreis Bartenstein. Ihre Eltern führten dort eine Maschinenbauanstalt. Die Kindheit verbrachte sie in der vertrauten Heimat, zunächst in der Volksschule, später mit privatem Unterricht. In Königsberg besuchte sie die höhere Handelsschule, die sie mit der mittleren Reife abschloss. Schon früh zeigte sich ihr Organisationstalent und ihre Zielstrebigkeit. Mit den Wirren des Jahres 1945 begann ein neuer, schwerer Abschnitt: Gemeinsam mit einer hochschwangeren Angestellten gelang ihr die Flucht über das Frische Haff nach Danzig und weiter zu Verwandten nach Berlin, später nach Thüringen. 1954 fand die Familie schließlich in Dortmund eine neue Heimat wo ihr Ehemann eine Zahnarztpraxis übernahm. Frau Wank führte die Buchhaltung und widmete sich der Familie, in der drei Kinder heranwuchsen. Ihr Haus war stets ein Ort der Geborgenheit, aber auch der Offenheit für Gäste und das Gespräch.

Die erzwungene Trennung von der Heimat wurde für Frau Wank Ansporn, sich umso entschlossener für die Gemeinschaft der Vertriebenen einzusetzen. Seit 1945 war sie Mitglied der Landsmannschaft Ostpreußen, deren Frauengruppe sie über vier Jahrzehnte leitete. Mit Energie, Herz und Ideenreichtum organisierte sie Treffen, pflegte ostpreußisches Brauchtum und stärkte so das Zusammengehörigkeitsgefühl. Für dieses Wirken erhielt sie die silberne und später die goldene Ehrennadel der Landsmannschaft.

1986 wurde Frau Wank zur Vizepräsidentin des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen gewählt, von 1992 bis 1998 schließlich zu dessen Präsidentin. Mit Tatkraft und Visionen prägte sie in diesen Jahren die Bildungs- und Erinnerungsarbeit des Verbandes. Zu ihren Verdiensten gehören die Umbenennung des Verbandes in den heutigen „Frauenverband im Bund der Vertriebenen e.V.“, die Herausgabe der Kulturhilfe „Bedeutende Frauen aus dem deutschen Osten“ und die Organisation internationaler Frauentagungen. Mit großem Gespür für Geschichte und Gegenwart organisierte sie Seminare, Vorträge und Begegnungen, die Frauen über Grenzen hinweg miteinander verbanden, die heute noch stattfinden, die verbinden und Brücken bauen. Besonders wichtig war ihr, die Geschichte der Vertreibung weiterzugeben und jungen Menschen den Wert von Identität, Kultur und Heimat zu vermitteln.

Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Belange der Vertriebenen, für die ostdeutsche Erinnerungskultur und für das soziale Leben ihrer Wahlheimat Dortmund wurde Christa Wank mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Ihr Wirken war geprägt von Klarheit, Verantwortungsbewusstsein und einer tiefen menschlichen Wärme. In Gesprächen mit Zeitzeugen, beim Sammeln von Volksgut oder in Begegnungen mit Persönlichkeiten bewahrte sie stets Bescheidenheit und Menschlichkeit.

Mit dem Tod von Frau Christa Wank verliert der Frauenverband im Bund der Vertriebenen e.V. eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg das Bild unserer Gemeinschaft mitgeprägt hat. Ihr Wissen, ihr Engagement, ihre Stimme und ihre Herzlichkeit werden fehlen. Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor ihrer Lebensleistung und werden ihr Andenken in Ehren bewahren.

Auf Wunsch der Verstorbenen erfolgt die Urnenbeisetzung in der Ostsee im engsten Familienkreis. Beileidsbekundungen nimmt das Bestattungshaus Bommert (Trauerhaus Wank), 44229 Dortmund, Kirchhörder Straße 78, entgegen.

Hiltrud Leber, Präsidentin

 

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