Nach dem Fall der Berliner Mauer entstand aus einer Begegnung des Frauenverbandes im BdV ein besonderer Kreis von Frauen: der Berliner Frauengesprächskreis.
Viele der Frauen kamen aus dem Osten Deutschlands. Sie hatten Flucht und Vertreibung, Verschleppung und Zwangsarbeit erlebt, manche auch schwere Gewalt und jahrelange Lagerhaft. In der DDR war es ihnen vielfach kaum möglich gewesen, offen über diese Erfahrungen zu sprechen. Erst nach der Wende entstand für viele von ihnen die Möglichkeit, ihr persönliches Schicksal zur Sprache zu bringen und nach Menschen zu suchen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Was sie dabei besonders suchten war Gemeinschaft unter Frauen: einen geschützten Raum, in dem sie nicht erklären mussten, warum Erinnerungen nach Jahrzehnten noch schmerzten, und in dem ihnen mit Verständnis und Respekt begegnet wurde. Drei Jahre habe es gedauert, so erinnert sich die damalige Leiterin, bis sich alle Frauen einander wirklich öffnen konnten. Aus anfänglicher Zurückhaltung entstanden Vertrauen, Freundschaften und das Gefühl, mit der eigenen Geschichte nicht mehr allein zu sein.
Viele dieser Frauen haben sich im Laufe der Jahre dem Frauenverband im BdV angeschlossen. Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden.
Diese Geschichte zeigt eindrücklich, warum die Arbeit des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen bis heute wichtig ist.
Wir wollen die Erfahrungen von Frauen bewahren und weitergeben – gerade auch jene Erfahrungen, über die viel zu lange geschwiegen wurde. Wir wollen Frauen zusammenbringen, Gemeinschaft ermöglichen und dafür sorgen, dass ihre Lebensgeschichten nicht in Vergessenheit geraten. Denn hinter der Geschichte von Flucht und Vertreibung stehen Millionen persönliche Schicksale. Viele davon sind Geschichten von Frauen.
Ihnen eine Stimme zu geben, ihre Erfahrungen ernst zu nehmen und sie im gesellschaftlichen Gedächtnis zu bewahren, bleibt eine unserer zentralen Aufgaben.

Frauenverband und Berliner Gesprächskreis beim Tag der Heimat in Berlin, 2026
Foto: BdV Bund der Vertriebenen



