Am 5. September 2026 fand in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt der zentrale Festakt zum Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen (BdV) statt. Unter dem diesjährigen Leitwort „Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut verbindet Europa“ kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft, Kirche und den Vertriebenenverbänden zusammen, um an die Geschichte von Flucht, Vertreibung und Deportation zu erinnern und die Bedeutung des kulturellen Erbes für die Zukunft Europas hervorzuheben.
Auch der Frauenverband im Bund der Vertriebenen war bei dieser bedeutenden Veranstaltung vertreten. Präsidentin Hiltrud Leber nahm gemeinsam mit der langjährigen Präsidentin Sybille Dreher (1998–2014), Vorstandsbeisitzerin Christina Lind sowie Frauen der Berliner Vertriebenen-Frauengruppe am Festakt teil. Die gemeinsame Teilnahme bot zugleich Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen und Gesprächen.
Nach der Begrüßung durch BdV-Vizepräsident Steffen Hörtler eröffnete BdV-Präsident Stephan Mayer MdB mit seiner Ansprache den inhaltlichen Teil der Veranstaltung. Er betonte die Verantwortung, die Geschichte der Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler lebendig zu halten und ihr reiches kulturelles Erbe an kommende Generationen weiterzugeben. Dabei machte er deutlich, dass die Bewahrung von Heimat, Kultur und Erinnerung nicht allein Aufgabe der Erlebnisgeneration sei, sondern auch die nachfolgenden Generationen verpflichte.
Die Festrede hielt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt MdB. Er würdigte die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit der Vertriebenenverbände und unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen kulturellen Erbes für die europäische Verständigung. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer MdL ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung von Erinnerung, Heimat und Versöhnung ein. Er hob hervor, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte für ein friedliches Miteinander in Europa ist.
Ein besonderer Programmpunkt war die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Was uns prägt, was uns verbindet: Kultur, Herkunft und Verantwortung in Europa“. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Generationen sowie der deutschen Minderheiten diskutierten darüber, wie kulturelle Identität, Sprache, Traditionen und geschichtliche Erfahrungen auch künftig bewahrt und weitergegeben werden können. Dabei wurde deutlich, dass Erinnerung nicht nur Rückblick auf die Vergangenheit bedeutet, sondern zugleich Verantwortung für Gegenwart und Zukunft einschließt.
Einen besinnlichen Moment gestaltete Prälatin Dr. Anne Gidion mit ihrem Geistlichen Wort und dem anschließenden Gedenken an die Opfer von Flucht, Vertreibung, Deportation und Zwangsarbeit.
Den würdigen Abschluss bildete die feierliche Kranzniederlegung am Mahnmal der deutschen Vertriebenen, der „Ewigen Flamme“ am Theodor-Heuss-Platz. Dort wurde der Menschen gedacht, die durch Krieg, Flucht und Vertreibung ihr Leben oder ihre Heimat verloren hatten.
Für den Frauenverband besitzt der Tag der Heimat eine besondere Bedeutung. Gerade Frauen trugen während Flucht und Vertreibung eine immense Verantwortung. Häufig waren sie es, die unter schwierigsten Bedingungen ihre Familien zusammenhielten, Kinder und ältere Angehörige versorgten und nach dem Verlust der Heimat einen Neubeginn ermöglichten. Zugleich bewahrten sie Sprache, Bräuche, Traditionen und persönliche Erinnerungen und gaben diese an ihre Kinder und Enkel weiter.
Die Begegnung mit den Frauen der Berliner Vertriebenen-Frauengruppe unterstrich einmal mehr, wie wichtig der persönliche Austausch und die Weitergabe von Erinnerungen sind. Die Lebensgeschichten und Erfahrungen der Frauen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Erinnerungskultur. Ihnen eine Stimme zu geben und ihre Leistungen sichtbar zu machen, gehört zu den zentralen Anliegen des Frauenverbandes.
Der Tag der Heimat 2026 machte erneut deutlich, dass die Erinnerung an Flucht und Vertreibung lebendig bleiben muss. Sie verbindet Generationen, bewahrt kulturelle Wurzeln und schafft eine Grundlage für Verständigung, Versöhnung und ein friedliches Miteinander in Europa.
Hiltrud Leber

Vertreterinnen des Frauenverbandes im BdV beim Tag der Heimat 2026 in Berlin, darunter Präsidentin Hiltrud Leber, die langjährige Präsidentin Sybille Dreher und Vorstandsbeisitzerin Christina Lind mit Frauen der Berliner Vertriebenen-Frauengruppe.
Foto: Bund der Vertriebenen



